Besondere Situationen

Die Erlaubnis für den Hund schriftlich bekommen

Warum das mündliche Ja nichts taugt, wann du fragst, was in die Anfrage gehört und wie die Erlaubnis formuliert sein sollte.

Von Christian Gottschling, Immobilienmakler in Essen · Aktualisiert am 27.09.2026

„Ja klar, mit dem Hund ist das kein Problem.“ Gesagt bei der Übergabe, im Treppenhaus, zwischen Tür und Angel. Drei Jahre später hat das Haus eine neue Verwaltung, und die sieht das anders.

Genau an dieser Stelle geht es für Hundehalter schief. Nicht bei der Frage, ob ein Hund erlaubt werden kann — sondern bei der Frage, wer nach Jahren noch beweisen kann, dass er erlaubt wurde. Aus der Verwaltung heraus gesagt: Wenn ich einen Bestand übernehme, gilt für mich, was in der Akte liegt. Was jemand vor Jahren am Telefon gesagt hat, steht nicht in der Akte.

Hund liegt ruhig in der Wohnung am Fenster, während die Erlaubnis des Vermieters schriftlich eingeholt wird
Der Hund ist nicht das Problem. Das fehlende Blatt Papier ist es.

Warum das mündliche Ja fast nichts wert ist

Eine mündliche Erlaubnis ist nicht automatisch unwirksam. Das Problem ist ein anderes: Sie ist im Streitfall kaum zu beweisen. Und Streitfälle entstehen selten sofort, sondern Jahre später — beim Verkauf des Hauses, beim Wechsel der Verwaltung, nach einer Beschwerde aus dem Nachbarhaus.

Dann steht Aussage gegen Aussage. Die Person, die damals zugesagt hat, arbeitet oft nicht mehr dort. Und du hast nichts in der Hand als deine Erinnerung.

Ob ein Hund im Grundsatz verboten werden darf und worauf es bei der Abwägung ankommt, steht in Haustiere in der Mietwohnung: was der Vermieter verbieten darf. Hier geht es nur um das Papier.

Der Moment, in dem du fragst

Es gibt drei Zeitpunkte, und sie sind unterschiedlich gut.

Zeitpunkt Was dafür spricht Was dagegen spricht
Bei der Bewerbung ehrlich, keine Überraschung später kann aussortieren, bevor du dich zeigen konntest
Vor der Unterschrift bester Hebel, alles kommt in den Vertrag erfordert, dass du es aushältst, es anzusprechen
Nach dem Einzug du hast die Wohnung schon schwächere Position, Erlaubnis kann verweigert werden

Der beste Zeitpunkt ist der zweite: Du hast die Zusage, der Vertrag ist noch nicht unterschrieben. Genau in diesem Fenster wird geregelt, was sonst nie geregelt wird. Was du sonst noch in diesem Fenster ändern kannst, steht in Was du am Mietvertrag noch ändern kannst.

Verschweigen ist keine Option. Wenn in der Selbstauskunft nach Haustieren gefragt wurde, ist eine falsche Antwort eine Falschangabe mit echten Folgen. Dazu steht alles in Haustiere in der Selbstauskunft: angeben oder lieber nicht?.

Was in die Anfrage gehört

Schreib nicht „Darf ich einen Hund halten?“. Schreib, um welchen Hund es geht. Der Unterschied ist groß, weil bei einer allgemeinen Frage jeder an den größten denkbaren Hund denkt.

  1. Rasse oder Mischung, Schulterhöhe und Gewicht.
  2. Alter und ob das Tier kastriert ist.
  3. Ein Satz zum Alltag: wie lange der Hund allein ist, wo er tagsüber ist.
  4. Bestehende Tierhalterhaftpflicht mit Versicherer und Vertragsnummer.
  5. Falls vorhanden: eine Zeile des bisherigen Vermieters, dass es keine Beschwerden gab.
  6. Die ausdrückliche Bitte, die Erlaubnis schriftlich zu bestätigen.

Punkt fünf wirkt stärker als alles andere. Zwei Sätze von jemandem, der dasselbe Risiko schon getragen hat, nehmen mir die entscheidende Sorge ab. Welche Nachweise sonst noch helfen, steht im Text über die Tierhalterhaftpflicht und die Unterlagen, die zur Hundemappe gehören.

Wie die Erlaubnis formuliert sein sollte

Die beste Form ist ein Satz im Mietvertrag selbst oder eine Anlage, die mitunterschrieben wird. Zweitbeste Form: eine Mail vom Vermieter, in der die Erlaubnis ausdrücklich steht. Eine Antwort wie „passt schon“ ist keine Erlaubnis.

Diese Angaben sollten drinstehen:

  • Dass die Haltung eines Hundes in der Wohnung erlaubt ist
  • Welches Tier gemeint ist, mit Name, Rasse und ungefährer Größe
  • Ab wann die Erlaubnis gilt
  • Datum und Unterschrift oder ein klar zuzuordnender Mailabsender

Und dann: Speichere das an zwei Stellen. Ein Ausdruck bei den Vertragsunterlagen, eine Kopie in deiner Cloud. Der Zettel muss noch in acht Jahren auffindbar sein, denn dann brauchst du ihn.

Heb auch die Anfrage auf

Nicht nur die Zusage, auch deine eigene Anfrage. Sie zeigt, was du genau beschrieben hast. Falls später behauptet wird, der Vermieter habe von einem kleineren Hund gesprochen, ist deine eigene Mail der Beweis, dass er es besser wusste.

Unterschrift unter die Anlage zum Mietvertrag mit der schriftlichen Erlaubnis für den Hund
Ein Satz im Vertrag hält länger als jede Zusage im Treppenhaus.

Die Klauseln, bei denen du hellhörig wirst

Manchmal kommt die Erlaubnis mit Zusätzen. Drei davon lohnen einen zweiten Blick.

„jederzeit frei widerruflich“ — Ein Widerruf ohne jeden Grund ist etwas anderes als ein Widerruf bei konkreten Problemen. Frag nach, was gemeint ist, und lass es dir schriftlich erklären.

„gilt nur für dieses Tier“ — Das ist üblich und in Ordnung, hat aber eine Folge: Wenn dein Hund stirbt und ein neuer einzieht, brauchst du eine neue Erlaubnis. Rechne damit, statt dich später zu ärgern.

„gegen einen Zuschlag auf die Miete“ — Ein Aufschlag allein fürs Tierhalten ist nicht selbstverständlich. Lass dir erklären, worauf er sich stützt, bevor du zusagst.

Wenn Zusagen mündlich zugesichert und dann nicht in den Vertrag geschrieben werden, gilt das, was in Mündliche Zusagen und Zusätze im Mietvertrag steht.

Lupe auf einem Schriftstück: Zusätze in der Erlaubnis für den Hund genau prüfen
Jederzeit frei widerruflich ist etwas anderes als widerruflich bei Problemen.

Wenn nein kommt

Ein Nein ist nicht immer das Ende, aber eine Diskussion über Rechtsprechung per Mail führt zuverlässig ins Leere. Was besser funktioniert:

  • Nach dem Grund fragen. Oft ist es eine konkrete Sorge, kein Prinzip.
  • Ein Angebot machen, das die Sorge auflöst: Haftpflicht, Probezeitraum, Kontakt zum Vorvermieter.
  • Anbieten, die Erlaubnis zunächst befristet zu erteilen.
  • Wenn es ums Prinzip geht: Beratung beim Mieterverein holen, statt selbst zu streiten.

Wie du eine Bewerbung mit Hund insgesamt aufbaust, steht in Eine Wohnung mit Hund finden. Fertige Formulierungen für die Anfrage und die kurze Vermieterbestätigung liegen in den Zusage-Vorlagen.

Was passiert, wenn das Tier wechselt

Erlaubnisse werden meistens für ein bestimmtes Tier erteilt. Zieht ein anderer Hund ein, fragst du neu. Das ist unangenehm, aber deutlich weniger unangenehm als ein Schreiben mit der Aufforderung, das Tier abzuschaffen.

Die gute Nachricht: Die zweite Anfrage ist leicht. Du hast Jahre ohne Beschwerden hinter dir, und genau das schreibst du hinein. Kein Vermieter der Welt liest das ungern.

Kurz zusammengefasst

Eine mündliche Zusage hilft dir in dem Moment nicht, in dem du sie brauchst. Frag am besten, wenn du die Zusage für die Wohnung hast und der Vertrag noch nicht unterschrieben ist. Beschreibe den konkreten Hund statt allgemein nach Hundehaltung zu fragen, und leg Haftpflicht und eine Zeile des bisherigen Vermieters dazu. Lass dir die Erlaubnis als Satz im Vertrag, als Anlage oder als eindeutige Mail geben, mit Tier, Datum und Unterschrift. Und bewahr Anfrage und Zusage zusammen auf. Der Schritt für heute: Sieh nach, ob du für deinen jetzigen Hund irgendetwas Schriftliches hast — wenn nicht, ist die Mail dafür in zehn Minuten geschrieben.

Zum Einordnen

Dieser Text beschreibt allgemeine Abläufe und typische Regeln am Mietmarkt. Er bewertet keinen Einzelfall. Wenn es bei dir um konkrete Ansprüche geht, lass das von einer Anwältin oder einem Anwalt prüfen.

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