SCHUFA-Auskunft für den Vermieter: welche Variante du brauchst
Datenkopie, BonitätsCheck, Auskunft der anderen Auskunfteien: welche Variante bei einer Wohnungsbewerbung tatsächlich gefragt ist und welche du besser für dich behältst.
„SCHUFA-Auskunft bitte mitbringen.“ Ein Halbsatz aus der Anzeige, und schon stehst du vor einer Website mit mehreren Produkten, unterschiedlichen Preisen und Namen, die sich alle irgendwie gleich anhören.
Das Ärgerliche daran: Die Verwirrung ist nicht dein Fehler. Die Varianten sind wirklich schwer auseinanderzuhalten. Also gehen wir sie einzeln durch.

Variante 1: die Datenkopie
Die Datenkopie ist das, worauf du ein gesetzliches Recht hast. Sie kostet nichts.
Darin findest du deine gesamte Akte. Welche Konten und Kredite auf dich laufen, mit Summen und Laufzeiten. Welche Verträge gemeldet wurden. Wer in den letzten Monaten Anfragen über dich gestellt hat. Und wie sich deine Bewertung entwickelt hat.
Wofür sie gedacht ist: damit du selbst siehst, was über dich gespeichert ist. Damit du Fehler findest. Damit du weißt, worauf du dich einstellen musst.
Wofür sie nicht gedacht ist: zum Weitergeben. Ein Vermieter bekommt darin Informationen, die ihn nichts angehen, und er darf sie auch nicht verlangen.
Wie du sie bekommst, steht Schritt für Schritt unter die kostenlose Datenkopie anfordern.
Variante 2: der BonitätsCheck
Das ist die Variante, die für eine Wohnungsbewerbung gemacht ist. Sie ist kostenpflichtig. Den aktuellen Preis siehst du direkt bei der SCHUFA, er hat sich über die Jahre mehrfach geändert.
Du bekommst zwei Teile. Einen ausführlichen Teil für dich. Und ein Blatt zum Weitergeben, auf dem im Wesentlichen steht, ob Negativmerkmale vorliegen und wie du eingestuft wirst. Deine Kontoliste steht dort nicht.
Das ist der ganze Sinn dieser Variante: weitergeben, ohne alles preiszugeben.
Variante 3: die Auskunft anderer Auskunfteien
Die SCHUFA ist die bekannteste, aber nicht die einzige. CRIF Boniversum, Creditreform und infoscore sammeln ebenfalls Daten über Verbraucher. Manche Hausverwaltungen arbeiten bewusst mit einer dieser Firmen.
Auch dort hast du das Recht auf eine kostenlose Selbstauskunft. Einige dieser Anbieter haben zusätzlich ein kostenpflichtiges Dokument im Programm, das speziell für Mietbewerbungen gedacht ist.
Wenn in der Anzeige ein bestimmter Name steht, dann nimm genau den. Wenn nur allgemein von einer Bonitätsauskunft die Rede ist, ist die SCHUFA-Variante der sichere Weg, weil sie jeder kennt.
Welche brauchst du wirklich?
| Situation | Passende Variante |
|---|---|
| Du willst wissen, was über dich gespeichert ist | Datenkopie, kostenlos |
| Du vermutest einen Fehler und willst ihn korrigieren lassen | Datenkopie, kostenlos |
| Es geht konkret auf einen Mietvertrag zu | BonitätsCheck oder ein vergleichbares Weitergabe-Dokument |
| Die Anzeige nennt eine bestimmte Auskunftei | genau diese |
| Du klickst gerade nur unverbindlich durch Portale | noch gar keine |
Hol dir zuerst die kostenlose Datenkopie und lies sie in Ruhe. Erst wenn du weißt, was darin steht, entscheidest du, ob und wann du ein kostenpflichtiges Dokument brauchst. Andersherum zahlst du für eine Überraschung.
Wann du sie brauchst — und wann noch nicht
Bonitätsunterlagen gehören nicht an den Anfang. Wer auf eine Anzeige antwortet, schickt zuerst eine kurze, freundliche Nachricht und die Grunddaten. Nicht seine Finanzakte.
Sinnvoll wird das Dokument in dem Moment, in dem ein Besichtigungstermin steht oder feststeht, dass es ernst wird. Datenschutzrechtlich ist das auch die Stufe, auf der solche Fragen überhaupt zulässig sind.
In der Praxis heißt das: Du kommst zur Besichtigung, hast die Mappe dabei, und wenn nach Unterlagen gefragt wird, liegen sie da. Das ist der Moment, in dem eine fertige Mappe den Unterschied macht.
Was mir an dieser Stelle auffällt
Ich sehe diese Dokumente jede Woche. Drei Dinge fallen mir dabei immer wieder auf.
Erstens: Sehr viele bringen die komplette Datenkopie mit, oft zehn Seiten oder mehr. Das wirkt nicht gründlich, sondern unsortiert. Und es zwingt mich, Dinge zu lesen, die ich nicht wissen will.
Zweitens: Manche bringen einen Screenshot aus einer Banking-App oder einer kostenlosen Score-App mit. Das ist kein Dokument einer Auskunftei, und als Nachweis taugt es nicht.
Drittens: Bei Paaren fehlt regelmäßig eine Auskunft. Wenn zwei Menschen den Mietvertrag unterschreiben, gehören auch zwei Auskünfte dazu. Sonst gibt es eine Rückfrage, und Rückfragen kosten Tage.
Wenn das Geld gerade knapp ist
Ein kostenpflichtiges Dokument ist kein Pflichtprogramm. Es gibt keine Regel, die dich zwingt, dafür zu zahlen.
Sprich es offen an, wenn du es nicht sofort beschaffen kannst. Sag, dass du die Unterlage nachreichst, und nenne einen Tag. Das ist mir tausendmal lieber als eine Mappe, in der die Frage einfach unbeantwortet bleibt.
Und leg in der Zwischenzeit nach, was du ohne Kosten belegen kannst: Einkommensnachweis, eine Erklärung über Mietschuldenfreiheit, eine saubere Selbstauskunft. Was dabei zählt, steht im Text über den Einkommensnachweis für die Wohnung.

Was passiert, wenn die Anzeige gar nichts dazu sagt
Viele Anzeigen schweigen zum Thema Bonität. Das heißt nicht, dass nicht gefragt wird. Es heißt nur, dass später gefragt wird.
Ich erlebe das ständig. Die Besichtigung läuft gut, am Ende heißt es nur noch kurz, man solle die Unterlagen schicken, und dann fangen die Bewerber bei null an. Sie suchen Gehaltsabrechnungen zusammen, bestellen eine Auskunft, warten auf die Post. Zwei Wochen später ist die Wohnung weg.
Wer vorbereitet ist, antwortet noch am selben Abend. Das ist keine Kleinigkeit, sondern oft der ganze Unterschied. Bei Wohnungen mit vielen Bewerbern entscheidet regelmäßig, wer zuerst vollständig abliefert, nicht wer die beste Zahl hat.
Woran du eine unseriöse Seite erkennst
Rund um dieses Thema tummeln sich Anbieter, die von der Verwirrung leben. Drei Warnzeichen lohnen sich zu kennen.
- Es wird eine „kostenlose Auskunft“ beworben, aber du musst eine Zahlungsmethode hinterlegen.
- Der Preis steht klein, der Testzeitraum groß, und nach dem Testzeitraum läuft ein monatliches Abo.
- Die Seite sieht aus wie die Auskunftei selbst, heißt aber leicht anders. Prüf die Adresse in der Browserzeile, bevor du Daten eingibst.
Die kostenlose Selbstauskunft gibt es immer direkt bei der Auskunftei und ohne Vertrag. Alles andere ist ein Produkt, das du kaufen kannst, aber nicht musst.
Wenn ein Bürge oder eine dritte Person dabei ist
Springt jemand für dich ein, zum Beispiel ein Elternteil, dann wird nicht nur deine Bonität geprüft, sondern auch seine. Das ist logisch: Wer im Zweifel zahlen soll, muss zahlen können.
Plan das mit ein. Es bringt wenig, alles selbst fertig zu haben und dann zwei Wochen auf die Unterlagen des Bürgen zu warten. Wie das bei Probezeit oder befristetem Vertrag aussieht, steht unter Wohnung mieten in der Probezeit.
Kurz zusammengefasst
- Die kostenlose Datenkopie ist für dich. Sie ist zu ausführlich für fremde Augen.
- Der kostenpflichtige BonitätsCheck ist das Dokument zum Weitergeben.
- Andere Auskunfteien gibt es auch. Steht ein Name in der Anzeige, nimm diesen.
- Erst Datenkopie lesen, dann entscheiden, ob du ein Weitergabe-Dokument kaufst.
- Bei zwei Mietern gehören zwei Auskünfte in die Mappe.
Dieser Text erklärt allgemeine Regeln für alle Leser. Er bewertet nicht deinen einzelnen Fall und ersetzt keine Prüfung durch eine dafür zugelassene Stelle. Stand: 23.09.2026.
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- Einen falschen SCHUFA-Eintrag löschen lassen
- Muss ich die kostenpflichtige Bonitätsauskunft kaufen?
- Was ein Vermieter in deiner SCHUFA nicht sieht
- Einkommen aus mehreren Quellen übersichtlich darstellen
- Jobwechsel mit Gehaltssprung beim Vermieter nachweisen