Bonität und Nachweise

Die kostenlose SCHUFA-Datenkopie anfordern: Schritt für Schritt

Du hast ein Recht darauf, kostenlos zu erfahren, was die SCHUFA über dich gespeichert hat. So forderst du die Datenkopie an, so lange dauert es, und so liest du sie.

Von Christian Gottschling, Immobilienmakler in Essen · Aktualisiert am 27.09.2026

Die meisten Menschen erfahren erst dann, was über sie gespeichert ist, wenn etwas schiefgeht. Eine Absage. Eine abgelehnte Ratenzahlung. Ein Vermieter, der plötzlich nicht mehr antwortet.

Dabei kannst du es jederzeit nachlesen. Kostenlos. Und du brauchst dafür keinen Grund zu nennen.

Hände am Formular: So forderst du die kostenlose SCHUFA-Datenkopie Schritt für Schritt an
Einmal im Jahr kostenlos, auf Antrag. Das ist dein Recht, nicht ein Entgegenkommen.

Worauf du ein Recht hast

Die Datenschutz-Grundverordnung gibt jedem das Recht, von einer Firma zu erfahren, welche Daten sie über ihn gespeichert hat. Für die SCHUFA heißt dieses Dokument Datenkopie.

Wichtig sind drei Dinge daran. Sie kostet dich nichts. Du musst keinen Grund angeben. Und du darfst sie anfordern, so oft es sachlich vernünftig ist, nicht nur einmal im Leben.

So forderst du sie an

  1. Geh direkt auf die Seite der SCHUFA. Nicht über einen Suchtreffer, der nach einem Vergleichsportal aussieht. Rund um dieses Thema gibt es viele Seiten, die dir am Ende etwas Kostenpflichtiges verkaufen.
  2. Such gezielt nach dem Wort Datenkopie. Manchmal steht auch „Auskunft nach Art. 15 DSGVO“ daneben. Wenn irgendwo ein Preis auftaucht, bist du im falschen Produkt.
  3. Trag deine Daten vollständig ein. Name, Geburtsdatum, aktuelle Anschrift. Und alle Anschriften der letzten Jahre, an die du dich erinnerst. Das ist der Schritt, an dem es am häufigsten hakt.
  4. Weis dich aus. Verlangt wird eine Kopie deines Ausweises. Du darfst darauf alles schwärzen, was für die Identifizierung nicht gebraucht wird, zum Beispiel die Ausweisnummer und die Zugangsnummer. Name, Geburtsdatum und Anschrift müssen lesbar bleiben.
  5. Absenden und notieren. Schreib dir den Tag auf, an dem du sie angefordert hast. Falls nichts kommt, weißt du, seit wann du wartest.
Briefumschlag auf dem Tresen: Der Antrag auf die kostenlose SCHUFA-Datenkopie geht auch per Post
Online geht schneller, Papier geht sicherer. Beides zählt.
Vorsicht bei Angeboten mit Sternchen

Es gibt Anbieter, die eine „kostenlose Bonitätsauskunft“ bewerben und dich in ein Abo mit monatlicher Gebühr führen. Die kostenlose Datenkopie bekommst du direkt bei der Auskunftei selbst und ohne Vertrag.

Wie lange es dauert

Die gesetzliche Vorgabe ist: ohne unnötige Verzögerung, spätestens innerhalb eines Monats. In Ausnahmefällen darf verlängert werden, dann muss man dir das aber sagen.

In der Praxis dauert es meist deutlich kürzer, je nach Weg. Verlass dich trotzdem nicht darauf. Wenn du am Freitag eine Besichtigung hast, ist Mittwoch zu spät zum Bestellen.

Deshalb mein Rat an jeden, der ernsthaft sucht: Hol dir die Datenkopie am Anfang deiner Suche. Nicht in dem Moment, in dem du sie brauchst.

Was drinsteht, wenn sie ankommt

Erschrick nicht über den Umfang. Mehrere Seiten sind normal.

  • Persönliche Daten: Name, Geburtsdatum, gespeicherte Anschriften.
  • Vertrags- und Kontodaten: Girokonten, Kreditkarten, Handyverträge, Kredite, Leasingverträge, teils mit Summen und Laufzeiten.
  • Negativmerkmale: offene oder erledigte Forderungen, Mahnverfahren, Einträge aus öffentlichen Verzeichnissen.
  • Anfragen: wer wann etwas über dich wissen wollte, und aus welchem Anlass.
  • Scorewerte: deine Einstufung, oft mit älteren Werten aus den letzten Monaten.

Jetzt verstehst du auch, warum dieses Papier nicht in eine Bewerbungsmappe gehört. Es ist ein Röntgenbild deines Finanzlebens. Für den Vermieter ist der kostenpflichtige BonitätsCheck gedacht. Den Unterschied erklärt dieser Vergleich.

So liest du sie in zehn Minuten

Du musst nicht jede Zeile verstehen. Geh die Liste durch und hak ab.

  • Stimmen Name, Geburtsdatum und alle Anschriften? Falsche Adressen sind ein Hinweis auf eine Verwechslung.
  • Kennst du jeden Vertrag und jedes Konto? Etwas, das du nie abgeschlossen hast, muss geklärt werden.
  • Steht bei alten Sachen wirklich „erledigt“? Bezahlte Forderungen werden manchmal nicht nachgemeldet.
  • Gibt es Anfragen, die du dir nicht erklären kannst?
  • Sind Konten aufgeführt, die du längst gekündigt hast?

Findest du etwas Falsches, kannst du die Korrektur verlangen. Wie das abläuft und welche Fristen dabei gelten, steht unter einen falschen SCHUFA-Eintrag löschen lassen. Wie lange richtige Einträge bleiben, erklärt der Text zu den Löschfristen.

Warum ich jedem dazu rate, bevor er sucht

In meinem Alltag passiert regelmäßig dasselbe. Jemand bewirbt sich seit Wochen, bekommt keine Zusagen, versteht es nicht. Dann holt er die Datenkopie und findet einen Eintrag von einem Anbieter, mit dem er vor Jahren Streit hatte. Bezahlt hatte er längst. Nachgemeldet hatte es niemand.

Das ist bitter, weil es vermeidbar war. Wer früh nachsieht, hat Zeit zum Korrigieren. Wer erst nachsieht, wenn die Wunschwohnung weg ist, hat die Zeit nicht mehr.

Und es gibt einen zweiten Grund. Wenn du weißt, was drinsteht, kannst du es von dir aus ansprechen. Ein Bewerber, der mir sagt „da ist eine alte Sache, hier ist die Bestätigung, dass sie bezahlt ist“, ist für mich kein Risiko. Ein Bewerber, bei dem ich so etwas selbst entdecke, schon.

Andere Auskunfteien nicht vergessen

Das gleiche Recht hast du bei CRIF Boniversum, bei Creditreform und bei infoscore. Auch dort kannst du kostenlos erfahren, was gespeichert ist.

Das lohnt sich vor allem dann, wenn du dir Absagen nicht erklären kannst und die SCHUFA sauber aussieht. Manche Vermieter und Hausverwaltungen arbeiten schlicht mit einem anderen Anbieter.

Wenn nichts ankommt

Es passiert selten, aber es passiert. Du hast angefordert, und es kommt nichts.

Der häufigste Grund ist eine unvollständige Angabe bei den Anschriften. Wer in den letzten Jahren zweimal umgezogen ist und nur die aktuelle Adresse angibt, kann nicht sauber zugeordnet werden. Dann bleibt die Anfrage liegen oder es kommt eine Rückfrage, die du vielleicht übersiehst.

Der zweite Grund ist banal: falscher Weg. Wer bei einem Vergleichsportal statt bei der Auskunftei bestellt hat, wartet unter Umständen auf etwas, das nie unterwegs war.

Wenn ein Monat um ist und nichts da ist, hak nach und beziehe dich dabei auf dein Auskunftsrecht. Falls auch das nicht hilft, kannst du dich an die zuständige Datenschutzaufsicht wenden. Das ist kostenlos und kein großes Verfahren.

Was du mit der Datenkopie machst, wenn sie da ist

Leg sie nicht einfach ab. Sie ist dein Arbeitsmaterial für die nächsten Wochen.

  1. Durchgehen und markieren. Alles, was du nicht sofort erkennst, bekommt einen Haken am Rand.
  2. Belege suchen. Zu jedem erledigten Negativeintrag suchst du den Zahlungsnachweis heraus. Kontoauszug, Bestätigung, Mail des Inkassobüros — irgendetwas.
  3. Fehler melden. Was falsch ist, meldest du sofort. Das dauert, also ist früh besser als spät.
  4. Eine Erklärung vorbereiten. Zu jedem richtigen Eintrag, der erklärungsbedürftig ist, schreibst du zwei bis drei nüchterne Sätze. Was war, wann erledigt, was du seitdem geändert hast.
  5. Wegpacken. Dann kommt sie in deinen Ordner. Sie geht nicht in die Bewerbungsmappe.

Diese zwei bis drei Sätze sind mehr wert, als die meisten glauben. Sie verwandeln eine unangenehme Überraschung in eine erledigte Sache, und zwar zu deinen Bedingungen.

Kurz zusammengefasst

  • Die Datenkopie ist kostenlos, und du musst keinen Grund nennen.
  • Bestell direkt bei der Auskunftei, nicht über Vergleichsseiten mit Abo dahinter.
  • Rechne mit bis zu einem Monat. Bestell deshalb am Anfang deiner Suche.
  • Prüf Anschriften, Verträge, erledigte Forderungen und unbekannte Anfragen.
  • Sie ist zum Lesen da, nicht zum Weitergeben.
Zum Einordnen

Dieser Text erklärt allgemeine Regeln für alle Leser. Er bewertet nicht deinen einzelnen Fall und ersetzt keine Prüfung durch eine dafür zugelassene Stelle. Stand: 23.09.2026.

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