Kosten und Geld

Was der Einzug in den ersten vier Wochen kostet

Kaution und Umzugswagen hast du eingeplant. Die zweite Welle nicht: Lampen, Anschlussgebühren, Abschläge, Vorhangstangen. Woran das Budget nach dem Umzug wirklich scheitert.

Von Christian Gottschling, Immobilienmakler in Essen · Aktualisiert am 27.09.2026

Der Umzugswagen ist weg, die Kartons stehen im Flur, und du machst abends das Licht an. Beziehungsweise: Du willst das Licht anmachen. Aus der Decke hängen drei Drähte.

Das ist der Moment, in dem die zweite Rechnung beginnt. Die große hast du eingeplant — Kaution, Miete, Umzug. Die zweite kommt in kleinen Beträgen und summiert sich schneller, als jedem lieb ist.

Pflanze auf der Fensterbank: Die Kosten der ersten Wochen nach dem Einzug überraschen fast jeden
Nicht der Umzug ist teuer, sondern alles, was danach gleichzeitig fällig wird.

Warum die ersten Wochen so teuer sind

Drei Dinge treffen zusammen.

Erstens: Eine Wohnung wird in Deutschland üblicherweise ohne Lampen, oft ohne Küche und immer ohne Gardinen übergeben. Was in der Besichtigung noch da war, gehört meist dem Vormieter.

Zweitens: Viele Kosten sind Einmalbeträge, die du nur bei einem Umzug hast — Anschlussgebühren, Ummeldungen, Nachsendeauftrag.

Drittens: Dein Geld ist gerade gebunden. Die Kaution der alten Wohnung bekommst du erst Monate später zurück, und die neue hast du eben gezahlt.

Die Posten, die fast alle vergessen

Licht und Fenster

Lampen für jeden Raum, Leuchtmittel, Gardinenstangen oder Schienen, Vorhänge oder Rollos. Rechne pro Zimmer mit einer Lampe und einem Fenster. In einer Dreizimmerwohnung sind das schnell sechs bis acht Positionen.

Strom, Gas, Internet

Beim Strom- und Gasanbieter zahlst du ab Tag eins einen monatlichen Abschlag. Beim Internet kommen oft einmalige Bereitstellungskosten dazu, manchmal ein Techniktermin. Und je nach Haus dauert die Freischaltung Wochen. Die richtige Reihenfolge beim Ummelden steht in diesem Text.

Rundfunkbeitrag

Er wird pro Wohnung erhoben, nicht pro Person. Wer vorher in einer WG oder bei den Eltern gewohnt hat, zahlt ihn jetzt zum ersten Mal selbst.

Ämter und Post

Die Anmeldung beim Einwohnermeldeamt ist kostenlos oder sehr günstig. Geld kosten der Nachsendeauftrag, gegebenenfalls ein neuer Ausweis-Adressaufkleber und die Ummeldung des Autos.

Werkzeug und Kleinkram

Bohrmaschine, Dübel, Schrauben, Leiter, Duschvorhang, Toilettenbürste, Mülleimer, Wäscheständer, Schlüsselanhänger. Jedes einzelne Stück ist billig. Die Liste ist es nicht.

Die zweite Kautionsrate

Wer die Kaution in drei Raten zahlt, hat im zweiten Monat die nächste Rate. Das ist eingeplant und wird trotzdem regelmäßig vergessen.

Essen

Der unterschätzteste Posten überhaupt. In der ersten Woche ist die Küche nicht einsatzbereit, und man isst auswärts oder bestellt. Über sieben Tage ist das ein spürbarer Betrag.

Die Faustregel, die bei mir funktioniert

Leg neben Kaution, Miete und Umzug einen zusätzlichen Puffer zurück, den du nicht antastest, bis die Wohnung bewohnbar ist. Wer keinen Puffer hat, kauft die Dinge auf Raten oder mit der Kreditkarte — und genau daraus entstehen die Einträge, die bei der nächsten Wohnungssuche stören.

Eine Beispielrechnung

Die Zahlen sind gewählt, um Größenordnungen zu zeigen. Setz deine eigenen ein.

Posten Beispiel Wann
Lampen und Leuchtmittel 180 € Erste Tage
Gardinen, Stangen, Rollos 220 € Erste Woche
Internet: Bereitstellung und erster Monat 90 € Erster Monat
Strom- und Gasabschlag 140 € Monatlich ab Tag eins
Rundfunkbeitrag, erste Zahlung 55 € Erstes Quartal
Nachsendeauftrag und Ummeldungen 60 € Erste Wochen
Werkzeug und Kleinteile 150 € Erste Wochen
Auswärts essen in der ersten Woche 120 € Erste Woche
Zweite Kautionsrate 800 € Zweiter Monat
Summe 1.815 €

Und darin steckt noch kein einziges Möbelstück. Die vollständige Rechnung von der Zusage bis zum Einzug steht in Was der Einzug insgesamt kostet.

Belege in Reihen auf dem Tisch: Eine Beispielrechnung für die Kosten der ersten Wochen nach dem Einzug
Rechne mit einer Monatsmiete zusätzlich für Kleinkram. Das kommt hin.

Wie du die Summe kleiner bekommst

  1. Frag den Vormieter nach Lampen und Gardinen. Viele nehmen sie ungern mit. Eine kleine Ablöse ist günstiger als alles neu.
  2. Kauf nach Räumen, nicht nach Wunschliste. Erst Bad und Küche, dann Schlafzimmer, dann der Rest. Vieles erledigt sich von selbst.
  3. Leih Werkzeug. Bohrmaschine und Leiter brauchst du dreimal, nicht dauerhaft.
  4. Setz die Abschläge realistisch an. Ein zu niedriger Abschlag fühlt sich gut an und führt zu einer Nachzahlung, die dich im Winter trifft.
  5. Melde Strom und Internet früh an. Nicht am Einzugstag. Freischaltungen brauchen Zeit, und eine Woche ohne Internet kostet Nerven oder Datenvolumen.
  6. Heb jeden Beleg auf. Bei einem beruflich veranlassten Umzug kann ein Teil davon steuerlich eine Rolle spielen.

Ein Wort zur Kaution der alten Wohnung

Plan sie nicht ein. Der Vermieter darf sie eine angemessene Zeit einbehalten, um abzurechnen, und bei den Betriebskosten kann das bis zur nächsten Abrechnung dauern.

Wer die alte Kaution für die Lampen verplant, steht im Dunkeln. Das ist wörtlich gemeint.

Kurz zusammengefasst

  • Nach Kaution, Miete und Umzug kommt eine zweite Welle kleiner Kosten.
  • Lampen, Gardinen, Anschlussgebühren, Abschläge, Werkzeug und Rundfunkbeitrag sind die üblichen Vergessenen.
  • Auch die zweite Kautionsrate und das Essen der ersten Woche gehören in die Rechnung.
  • Leg einen eigenen Puffer für die ersten vier Wochen zurück.
  • Frag den Vormieter nach Lampen und Gardinen und leih Werkzeug statt es zu kaufen.
  • Rechne nicht mit der Kaution der alten Wohnung — die kommt später.
Zum Einordnen

Dieser Text stellt allgemeine Regeln dar und richtet sich an alle Leser. Er bewertet keinen Einzelfall und ersetzt keine Prüfung durch eine dafür zugelassene Stelle. Stand: September 2026.

Du willst das nicht jedes Mal neu bauen?

Der komplette Kurs plus alle Vorlagen zum Herunterladen.

Wohnung finden: Der Erfolgs-Kurs — 79 € Einmalzahlung. Kein Abo. Sofort verfügbar.

Das passt dazu

Cookie-Einstellungen ändern