Kosten und Geld

Was der Einzug insgesamt kostet: die komplette Rechnung

Kaution, erste Miete, Umzug, Ablöse, Erstausstattung: die ehrliche Summe an einem durchgerechneten Beispiel – und wie du den Engpass entschärfst.

Von Christian Gottschling, Immobilienmakler in Essen · Aktualisiert am 27.09.2026

Die Zusage kommt, und mit ihr eine Erleichterung, die ungefähr drei Tage hält. Dann setzt du dich hin und rechnest. Kaution. Erste Miete. Spedition. Die Küche, die du übernehmen sollst. Und die alte Wohnung läuft noch einen Monat weiter.

Dieser Moment überrascht fast jeden, und das liegt nicht an mangelnder Rechenfähigkeit. Es liegt daran, dass die Posten aus verschiedenen Ecken kommen und zu verschiedenen Zeitpunkten fällig werden. Hier stehen sie einmal alle nebeneinander.

Handgezeichnete Kostentabelle: Was ein Einzug kostet, steht selten vollständig in einer Liste
Nicht die Summe ist das Problem, sondern dass alles gleichzeitig fällig wird.

Die vollständige Liste

Eine Beispielrechnung für eine Wohnung mit 800 Euro Nettokaltmiete und 950 Euro Warmmiete. Die Zahlen sind gewählt, um die Größenordnungen zu zeigen — setz deine eigenen ein.

Posten Beispiel Fällig
Kaution, drei Nettokaltmieten 2.400 € Bei Mietbeginn, in drei Raten möglich
Erste Warmmiete 950 € Bei Mietbeginn
Doppelte Miete, ein Übergangsmonat 900 € Im Umzugsmonat
Umzug, Transport und Material 1.100 € Am Umzugstag
Ablöse Einbauküche 1.500 € Bei Übergabe
Renovierung und Entsorgung alte Wohnung 500 € Vor Rückgabe
Erstausstattung: Lampen, Gardinen, Kleinteile 600 € Erste Wochen
Anschlüsse, Ummeldungen, Nachsendeauftrag 150 € Erste Wochen
Summe 8.100 €

Achttausend Euro, bei einer Wohnung, die im Monat 950 Euro kostet. Und in dieser Rechnung steckt weder eine Maklerprovision noch eine neue Waschmaschine noch der Urlaubstag, den du nimmst.

Der eigentliche Engpass ist nicht die Summe, sondern der Zeitpunkt

Die meisten Haushalte könnten 8.000 Euro über ein Jahr verteilt aufbringen. Das Problem ist, dass ein großer Teil davon innerhalb von vier Wochen fällig wird — und dass die Kaution der alten Wohnung genau dann noch gebunden ist.

Das ist wichtig, weil es die Lösungsrichtung vorgibt. Du brauchst selten mehr Geld. Du brauchst meistens mehr Zeit.

Fünf Hebel, die den Engpass entschärfen

Gestapelte Kartons im leeren Raum: Fünf Hebel senken das, was ein Einzug insgesamt kostet
Kaution in Raten, Umzug in Eigenregie, Termine entzerren. Das wirkt sofort.
  1. Kaution in drei Raten. Das ist dein gesetzliches Recht und verschiebt im Beispiel 1.600 Euro um ein bis zwei Monate. Wie du es ansprichst, steht in Kaution in drei Raten zahlen.
  2. Übergabetermin und Kündigungstermin abstimmen. Jede Woche weniger Überschneidung spart anteilig Miete. Zwei Wochen Puffer reichen meist.
  3. Ablöse verhandeln. Der Zeitwert ist berechenbar, und überhöhte Forderungen sind angreifbar. Siehe die Ablöse für Einbauküche und Möbel.
  4. Umzugstermin verlegen. Monatsmitte statt Monatsende, Dienstag statt Samstag.
  5. Erstausstattung strecken. Gardinen und Lampen sind kein Einzugsposten, sondern ein Posten der nächsten drei Monate.
Der Satz, der teuer wird

„Das kriegen wir schon irgendwie hin.“ Wer eine Zusage annimmt, ohne die Summe einmal aufgeschrieben zu haben, landet häufiger, als man denkt, in der Situation, die Wohnung wieder absagen zu müssen. Und das ist der teuerste Ausgang von allen, weil die Suche dann von vorn beginnt.

Was du vor der Zusage wissen solltest

Diese fünf Zahlen solltest du kennen, bevor du zusagst — nicht danach:

  • Die Nettokaltmiete, denn daran hängt die Kaution.
  • Die realistische Warmmiete inklusive des Risikos einer Nebenkostennachzahlung.
  • Ob und in welcher Höhe eine Ablöse erwartet wird.
  • Den frühestmöglichen Übergabetermin.
  • Wann deine alte Kaution zurückkommt, siehe die Kaution zurückbekommen.

Und wenn das Geld nicht reicht?

Dann gibt es Wege, und keiner davon ist ein Grund, sich unwohl zu fühlen:

  • Die gesetzliche Ratenzahlung der Kaution.
  • Eine Mietkautionsbürgschaft, wenn du die Gebühr über die erwartete Mietdauer vorher hochgerechnet hast.
  • Eine Bürgschaft von Angehörigen.
  • Bei Bezug bestimmter Sozialleistungen kommt eine Mietkautionsübernahme durch den Leistungsträger in Betracht. Das muss vor Vertragsschluss beantragt werden.
  • Ein Zuschuss zur laufenden Miete über Wohngeld, der dein Budget dauerhaft entlastet.

Eine Größenordnung zum Einordnen

Wenn du dir die Tabelle oben noch einmal anschaust: Der größte vermeidbare Posten in dieser Rechnung ist nicht die Kaution und nicht der Umzug. Es ist die Zeit. Jeder zusätzliche Monat erfolgloser Suche kostet eine weitere Miete in der alten Wohnung, und jede Zusage, die an einem vermeidbaren Fehler scheitert, verlängert die Suche.

Der Kurs auf dieser Seite kostet 79 Euro. Das ist ungefähr ein Prozent der Summe, die in der Beispielrechnung oben steht, und weniger als ein Zehntel einer einzigen Monatsmiete. Ob er für dich das Richtige ist, entscheidest du selbst — die Größenordnung sollst du zumindest kennen, bevor du sie schätzt.

Kurz zusammengefasst

Der Einzug kostet typischerweise ein Vielfaches der Monatsmiete, weil Kaution, erste Miete, Umzug, Ablöse, Renovierung und Erstausstattung zusammenkommen. In der Beispielrechnung sind es rund 8.100 Euro bei 950 Euro Warmmiete. Das eigentliche Problem ist nicht die Höhe, sondern die Gleichzeitigkeit. Nutze die Ratenzahlung der Kaution, halte die Überschneidung der Mietverhältnisse kurz, verhandle die Ablöse über den Zeitwert und strecke die Erstausstattung. Und schreib die Summe auf, bevor du zusagst, nicht danach.

Zum Einordnen

Dieser Text beschreibt allgemeine Regeln und typische Abläufe am Mietmarkt. Er bewertet keinen Einzelfall. Wenn es bei dir um konkrete Ansprüche geht, lass das von einer Anwältin oder einem Anwalt oder von einem Mieterverein prüfen.

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