Strom und Gas anmelden ohne in die Preisfalle zu geraten
Warum du nach dem Einzug automatisch im teuersten Tarif landest und mit welchen Schritten du das in einer Viertelstunde änderst.
Licht an, Herd läuft, Heizung wird warm. Genau das ist die Falle. Strom und Gas fließen ab dem ersten Tag, ob du etwas unterschrieben hast oder nicht – und wer nichts unterschreibt, zahlt am Ende den höchsten Preis, den es in seiner Stadt gibt.
Das ist kein Versehen und kein böser Trick. Es ist der gesetzlich vorgesehene Normalfall. Du musst nur wissen, dass es ihn gibt, und ihn innerhalb der ersten Wochen beenden.

Warum du automatisch im teuersten Tarif steckst
Wer Energie entnimmt, ohne einen Vertrag geschlossen zu haben, wird vom örtlichen Grundversorger beliefert. Das ist der Anbieter, der in deinem Netzgebiet die meisten Haushalte versorgt. Der Vertrag kommt allein dadurch zustande, dass du den Strom nutzt.
Das ist praktisch, weil du nie im Dunkeln sitzt. Und es ist teuer, weil die Grundversorgung fast immer über den Tarifen liegt, die derselbe Anbieter Neukunden anbietet. Der Unterschied ist kein Kleingeld. Bei einem Zweipersonenhaushalt geht es um einen dreistelligen Betrag im Jahr, bei Gas oft um mehr.
Aus der Grundversorgung kommst du jederzeit mit zwei Wochen Frist wieder heraus. Du sitzt also nie fest. Du zahlst nur so lange zu viel, wie du nichts tust.
Die Zahlen, die du am Einzugstag brauchst
Bevor du irgendetwas anmeldest, gehst du zum Zähler. Notiere und fotografiere:
- Die Zählernummer für Strom, meist als „Zähler-Nr.“ direkt auf dem Gerät aufgedruckt
- Den Zählerstand in Kilowattstunden, ohne die Nachkommastellen hinter dem Komma oder im roten Feld
- Dasselbe für den Gaszähler, in Kubikmetern
- Das Datum und am besten ein Foto, auf dem Nummer und Stand gemeinsam lesbar sind
- Bei Nachtspeicherheizung oder Wärmepumpe zusätzlich den zweiten Zählwerksstand
Dieses Foto ist deine Versicherung gegen fremde Verbräuche. Ohne eigenen Stand bekommst du die Abrechnung des Vormieters mit auf die Rechnung geschätzt. Wie du Zähler richtig abliest und was in welchem Feld steht, steht ausführlich in Zählerstände beim Einzug richtig ablesen.
Anmelden in der richtigen Reihenfolge
- Alten Vertrag kündigen. Ein Umzug ist ein Sonderkündigungsgrund. Du meldest deinen alten Zähler mit Schlussstand ab und kündigst zum Auszugstag. Vergisst du das, läuft der alte Vertrag weiter.
- Grundversorger informieren. Melde dich beim örtlichen Grundversorger mit Einzugsdatum, Zählernummer und Anfangsstand an. Damit ist die Belieferung sauber auf dich angemeldet, und niemand schätzt dir etwas dazu.
- Vergleichen und wechseln. Erst jetzt suchst du in Ruhe einen günstigeren Tarif. Der neue Anbieter übernimmt die Kündigung beim Grundversorger. Du musst dich um nichts weiter kümmern.
- Abschlag prüfen. Der vorgeschlagene Abschlag beruht auf einer Schätzung. Rechne mit deinem realistischen Jahresverbrauch nach und korrigiere ihn, statt ihn einfach zu akzeptieren.
Die fünf Punkte, an denen es teuer wird

Vorkasse und Kautionen
Einige Anbieter locken mit sehr niedrigen Preisen und verlangen dafür Zahlung für Monate im Voraus. Das Geld ist weg, wenn der Anbieter Probleme bekommt. Finger weg von Paketpreisen und Vorauszahlungsmodellen.
Der Bonus, der das Bild verzerrt
Viele Vergleichsrechner zeigen den Preis des ersten Jahres inklusive Neukundenbonus. Ab dem zweiten Jahr fällt der weg und der Tarif ist plötzlich teurer als die Grundversorgung. Schau dir immer den Arbeitspreis in Cent je Kilowattstunde und den Grundpreis im Jahr an, ohne Bonus.
Preisgarantie ist nicht gleich Preisgarantie
Eine eingeschränkte Preisgarantie deckt oft nur den Anteil des Anbieters. Steuern, Umlagen und Netzentgelte darf er trotzdem weiterreichen. Achte darauf, worauf sich die Zusage bezieht und wie lange sie gilt.
Lange Laufzeiten
Zwölf Monate sind in Ordnung, vierundzwanzig selten. Wichtig ist die Kündigungsfrist am Ende der Laufzeit. Trag dir den Tag, an dem du kündigen musst, sofort in den Kalender ein. Sonst verlängert sich der Vertrag automatisch.
Der falsche Verbrauch im Rechner
Wer einen zu niedrigen Verbrauch angibt, sieht einen hübschen Preis und bekommt später eine Nachzahlung. Für den Anfang kannst du dich an groben Richtwerten orientieren und nach dem ersten Jahr korrigieren. Was sonst noch monatlich dazukommt, steht in Die Fixkosten, die nach dem Einzug automatisch dazukommen.
Wenn Wärme über die Nebenkosten läuft
In vielen Mehrfamilienhäusern gibt es keinen eigenen Gasvertrag. Geheizt wird zentral, und die Kosten kommen über die Betriebskostenabrechnung. Dann meldest du nur Strom an – und solltest wissen, dass du bei der Heizung keinen Anbieter wählen kannst.

Was du in diesem Fall beeinflussen kannst, ist der Verbrauch und die Höhe der Vorauszahlung. Ist der Abschlag im Mietvertrag zu niedrig angesetzt, kommt im Folgejahr eine Nachzahlung. Wie du das vorher einschätzt, steht in Heizkosten einschätzen, bevor du unterschreibst.
Was das mit deiner Wohnungssuche zu tun hat
Mehr, als man denkt. Wer im Verwalterbüro sitzt, sieht regelmäßig Mieter, die in den ersten Monaten mit einer unerwartet hohen Nachzahlung anrufen und dann bei der Miete ins Rutschen kommen. Das ist der Punkt, an dem aus einem entspannten Mietverhältnis ein angespanntes wird.
Deshalb lohnt es sich, Energie und Nebenkosten schon vor der Unterschrift durchzurechnen, nicht erst nach dem Einzug. Im Kurs findest du dafür die Rechnung, die du vor dem Vertrag aufstellen solltest – inklusive der Posten, die im Exposé nie auftauchen.
Dein Schritt für heute
Geh zum Zähler und fotografiere Nummer und Stand mit Datum. Dann öffne die Seite deines örtlichen Grundversorgers und melde dich mit diesen Daten an. Das dauert zehn Minuten und beendet den Zustand, in dem dir jemand anderes Verbräuche zuschreiben kann. Den Tarifvergleich machst du danach – der läuft nicht weg. Die Reihenfolge aller Ummeldungen findest du in Strom, Gas, Internet ummelden.
Kurz zusammengefasst
Ohne eigenen Vertrag landest du automatisch in der Grundversorgung, und die ist fast immer die teuerste Variante. Zählerstände am Einzugstag fotografieren, beim Grundversorger anmelden, alten Vertrag kündigen, danach in Ruhe wechseln. Achte auf den Preis ohne Bonus, auf den Umfang der Preisgarantie und auf die Kündigungsfrist. Und rechne den Abschlag nach, statt ihn zu übernehmen.
Dieser Text beschreibt allgemeine Abläufe und typische Regeln. Er bewertet keinen Einzelfall und ersetzt keine Prüfung deines konkreten Vertrags.
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- Die Wohnungsgeberbestätigung: Vorlage und Pflichtangaben
- Mängel beim Einzug melden: Musterschreiben und Frist
- Wenn der Zählerstand im Übergabeprotokoll nicht stimmt
- Bürgeramt-Termin für die Wohnungsanmeldung bekommen
- Bohren, Dübeln, Streichen: was in der Mietwohnung erlaubt ist
- Wer das Übergabeprotokoll unterschreiben darf