Lampen anschließen und Möbel montieren in der Mietwohnung
Was du in den ersten Tagen selbst montieren darfst, worauf du an Wand und Decke achten musst und wo die Grenze zum Fachbetrieb verläuft.
Erster Abend in der neuen Wohnung. Von der Decke hängen drei Drähte, an der Wand steht der Schrank, den zwei Leute getragen haben und niemand aufbauen wollte, und die Waschmaschine wartet im Bad auf einen Anschluss. Genau hier entstehen die Schäden, die später bei der Kaution auftauchen.
Das meiste davon darfst du selbst machen. Bei einem kleinen Teil hört es auf, und dieser Teil ist derselbe, bei dem es teuer wird. Hier steht, wo die Grenze verläuft.

Die Deckenlampe — was du darfst und was nicht
Eine Leuchte an eine vorhandene Anschlussstelle zu hängen, ist eine übliche Arbeit, die viele Mieter selbst erledigen. Etwas ganz anderes ist es, neue Leitungen zu verlegen, Dosen zu versetzen oder an der Verteilung im Sicherungskasten zu arbeiten. Das gehört in die Hände eines eingetragenen Fachbetriebs, und zwar ohne Ausnahme.
- Sicherung raus. Nicht nur den Lichtschalter, sondern die Sicherung im Kasten. Und dann prüfen, ob wirklich kein Strom mehr anliegt.
- Adern ansehen. Üblich sind drei Adern: eine für den stromführenden Leiter, eine für den Rückleiter, eine für den Schutzleiter in Grün-Gelb. Fehlt der Schutzleiter, brauchst du eine Leuchte, die dafür geeignet ist.
- Lüsterklemme sauber setzen. Keine blanken Drahtenden außerhalb der Klemme, keine überdehnten Litzen, nichts, was sich von Hand herausziehen lässt.
- Deckenhaken prüfen. Was da hängt, hängt über deinem Kopf. Bei schweren Leuchten gehört die Last in einen Dübel, der zum Deckenmaterial passt.
- Baldachin schließen, Sicherung rein, testen.
Wenn du unsicher bist, welche Ader wofür ist, wenn die Farben nicht dem üblichen Schema entsprechen oder wenn du auf eine alte Installation ohne Schutzleiter triffst: Hände weg und einen Fachbetrieb holen. Das kostet einmal Geld. Ein Fehler in einer Elektroinstallation kostet deutlich mehr.
An der Wand — bevor du bohrst
Die zwei Fragen, die du vor jedem Loch beantworten musst: Was liegt dahinter, und hält es?
Leitungen verlaufen in Wohnungen üblicherweise in festgelegten Zonen – waagerecht und senkrecht entlang von Schaltern, Steckdosen, Decke und Boden. Diese Installationszonen sind nach der einschlägigen Norm vorgesehen, aber nicht garantiert. In Altbauten liegt regelmäßig etwas quer, wo nichts liegen dürfte. Ein Leitungssucher kostet wenig und ist der billigste Schaden, den du nie hast.
- Vollziegel und Beton tragen viel, Gipskarton fast nichts ohne passenden Dübel
- Für Hohlwände brauchst du Hohlraumdübel, nicht den mitgelieferten Standarddübel
- In Porenbeton gehören spezielle Dübel, sonst bricht das Loch aus
- In Fliesen erst ohne Schlag anbohren, sonst platzt die Glasur
- Hängeschränke und Wandregale mit Last gehören in die tragende Wand, nicht in eine Vorsatzschale
Wie viele Löcher überhaupt in Ordnung sind und was beim Auszug daraus wird, steht ausführlich in Bohren, Dübeln, Streichen: was in der Mietwohnung erlaubt ist.
Die Waschmaschine — der teuerste Anfängerfehler
Der häufigste Schaden in den ersten Wochen kommt aus einem Schlauch. Meist, weil der Zulauf nicht fest sitzt oder der Ablauf nur lose im Rohr hängt und beim Abpumpen herausrutscht.
- Transportsicherungen entfernen, sonst wandert die Maschine beim Schleudern.
- Zulaufschlauch handfest anziehen und die Dichtung prüfen, nicht mit der Zange arbeiten.
- Ablaufschlauch im Siphon oder Standrohr sichern, sodass er nicht herausspringen kann.
- Maschine mit der Wasserwaage ausrichten und die Füße kontern.
- Ersten Waschgang danebenstehend beobachten und den Absperrhahn danach schließen.
Wenn es doch passiert, hängt viel davon ab, ob deine Haftpflicht Mietsachschäden abdeckt. Warum das die wichtigste Zeile in deiner Police ist, steht in Versicherungen beim Umzug anpassen.
Möbel, Boden und die Kaution
Parkett und Laminat sind die Posten, die am Ende am häufigsten von der Kaution abgezogen werden. Dabei sind die Schäden fast immer beim Einzug entstanden, nicht beim Wohnen.

Schwere Möbel schiebt man nicht, man trägt sie oder setzt sie auf Gleiter. Unter Stuhlbeine gehören Filzgleiter, unter Schreibtischstühle eine Unterlage. Bei sehr schweren Dingen – Aquarium, Wasserbett, Klavier, große Bibliothek – lohnt es sich, vorher bei der Verwaltung zu fragen, ob die Decke das trägt. Das ist keine Formalie, sondern in Altbauten eine ernsthafte Frage.
Und dokumentiere vor dem Einräumen den Zustand des Bodens mit Fotos. Wer nachher beweisen will, dass ein Kratzer vorher da war, braucht ihn vorher auf einem Bild. Wie das systematisch geht, steht in Fotos bei der Übergabe und in Das Übergabeprotokoll.
Was du vorher mit dem Vermieter klärst
Für die meisten Alltagsarbeiten brauchst du niemanden zu fragen. Nachfragen lohnt sich, sobald du in die Substanz gehst oder etwas außen sichtbar wird:

- Markise, Satellitenschüssel, Katzennetz oder Blumenkästen an der Außenseite des Balkons
- Neue Steckdosen, versetzte Schalter, zusätzliche Leitungen
- Türen aushängen und ersetzen, Wände öffnen, Bodenbelag austauschen
- Bohrungen in Fliesenspiegel und Sanitärbereich in größerer Zahl
- Ein zusätzliches Schloss oder ein Türspion in der Wohnungstür
Hol dir die Zusage per Mail, nicht am Telefon. Das ist kein Misstrauen, sondern Ordnung – Personen wechseln, Verwaltungen auch. Was du am Zustand der Wohnung sonst noch verändern darfst, steht in Renovieren vor dem Einzug.
Aus dem Verwalterbüro gesagt: Eine kurze, konkrete Mail mit dem Satz „Ich möchte im Wohnzimmer eine Wandhalterung für den Fernseher setzen, Rückbau beim Auszug selbstverständlich“ wird fast immer genehmigt. Genau dieses Prinzip – konkret fragen, Arbeit abnehmen, Bedenken vorwegnehmen – entscheidet übrigens auch darüber, wer eine Wohnung überhaupt bekommt. Darum geht es im Kurs.
Dein Schritt für heute
Bevor du das erste Loch bohrst: Mach eine Runde durch die Wohnung und fotografiere jede Wand, jede Bodenfläche und jedes Fenster im Ist-Zustand. Danach besorgst du einen Leitungssucher und die passenden Dübel für deinen Wandtyp. Beides zusammen kostet weniger als ein einziger Abzug bei der Kaution.
Kurz zusammengefasst
Eine Leuchte an eine vorhandene Anschlussstelle zu hängen, darfst du selbst – neue Leitungen und Arbeiten am Sicherungskasten nicht. Vor dem Bohren klärst du, was hinter der Wand liegt und welcher Dübel zum Material passt. Die Waschmaschine ist der teuerste Anfängerfehler, deshalb Transportsicherung raus, Schläuche sichern, ersten Lauf beobachten. Böden schützen und vorher fotografieren. Und alles, was außen sichtbar wird oder in die Substanz geht, vorher per Mail abstimmen.
Dieser Text beschreibt allgemeine Abläufe und typische Regeln. Er bewertet keinen Einzelfall. Arbeiten an der Elektroinstallation über den Anschluss einer Leuchte hinaus gehören in jedem Fall in die Hände eines Fachbetriebs.
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- Strom, Gas, Internet ummelden: die Reihenfolge
- Rundfunkbeitrag beim Umzug ummelden ohne doppelt zu zahlen
- Die Wohnung sieht anders aus als bei der Besichtigung
- Übergabeprotokoll ausfüllen, damit es beim Auszug noch hält
- Das Übergabeprotokoll: Vorlage und Pflichtinhalte
- Nachbarn und Hausordnung in der ersten Woche nach dem Einzug